Wie es begann

Wie es begann

Im Auftrag des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR begann Pastor Fritz Weidemann zusammen mit seiner Frau Marie-Luise im August 1989 mit dem Aufbau der Freien evangelischen Gemeinde Heidelberg. 

Das Anliegen der neu gegründeten Gemeinde wurde im ersten Gemeindeprofil wie folgt festgeschrieben: „Die Freie evangelische Gemeinde Heidelberg ist in geordneten neutestamentlichen Strukturen organisiert und in ihrer gesamten Zielsetzung auf Wachstum ausgerichtet: Wir möchten jeden Christen zu einer geistlich reifen Persönlichkeit fördern und ihn zum Leben als Christ im Alltag und zur Mitarbeit am Bau des Reiches Gottes in Heidelberg ermutigen und zurüsten. Insbesondere schlägt unser Herz für Menschen, die den Bezug zu Gott, Glaube und Kirche verloren haben. Ihnen möchten wir eine neue Brücke zum Glauben bieten. Jeder Besucher der Gemeinde soll sich als Person willkommen und angenommen, geliebt und gebraucht wissen. Durch die Aufgliederung der großen Gottesdienstgemeinde in kleine, überschaubare Hauskreise wird dieses Anliegen in besonderer Weise verwirklicht und mit Leben gefüllt. Die Gemeinde praktiziert freiwillige, konsequente Mitgliedschaft und erwartet eine gabenorientierte, verbindliche Mitarbeit in wachsender Liebe und Verantwortung gegenüber dem Einzelnen und der Gesellschaft. In ihrer missionarischen Gesamtausrichtung strebt sie die Gründung von Tochtergemeinden im regionalen Umfeld an. Ihren Glauben an Jesus Christus lebt und feiert die Freie evangelische Gemeinde Heidelberg bibelorientiert und modern, ehrfurchtsvoll und kreativ.“

Im Herzen von Heidelberg, in der Bergheimer Straße 10-12 am Bismarckplatz, wurden geeignete Büroräume gefunden, in Eigenleistung renoviert und für Gemeindezwecke entsprechend eingerichtet und gestaltet. Völlig überraschend war von Anfang an der stets wachsende Gottesdienstbesuch. Nachdem schon zum ersten Gottesdienst über vierzig Personen gekommen waren, musste der Gottesdienst bereits nach wenigen Wochen per Video in Nebenräume übertragen und nach einem Jahr der große Saal im Deutsch-Amerikanischen-Institut (DAI) am Adenauerplatz stundenweise angemietet werden. Allerdings machte bereits der erste Gottesdienst im DAI mit 150 Besuchern deutlich, dass auch dieser Saal nicht lange ausreichend Platz bieten würde. So wurden bald die Gottesdienste zunächst ins Foyer und später zusätzlich in einen weiteren Nebenraum per Video übertragen.

Dieses ‚Provisorium’ konnte 1992 durch ein Mietobjekt in der Fabrikstraße 13 im Stadtteil Rohrbach beendet werden. Endlich hatte die Gemeinde ihr erstes ‚eigenes’ Gebäude und konnte darin ihr Gemeindeleben wirklich entfalten. Nach erneutem Platzmangel startete die Gemeinde ein Jahr später noch einen zusätzlichen Abendgottesdienst. Für die vielen Kindergottesdienstgruppen wurden stundenweise die Schulungsräume einer Firma in der Nachbarschaft angemietet. Um allen Aufgaben der stetig wachsenden Gemeindearbeit nachkommen zu können, wurde ein weiterer Pastor mit dem Schwerpunkt ‚Aufbau und Förderung von Hauskreisen’ berufen. 

Nach erneut eingetretener Raumnot entschloss sich die Gemeinde 1994 zum Kauf einer leer stehenden Fabrik im Industriegebiet Heidelbergs, im Stadtteil Rohrbach-Süd, in der Haberstraße 19. Getreu dem Motto: ‚Es gilt auf weite Sicht zu planen, denn Gottes Unternehmensgeist ist groß’ (Hudson Taylor) wurde dieses große Glaubenswagnis eingegangen und die Gemeinde so im Namen Gottes ‚zu einer der fröhlich verschuldeten Gemeinden in Deutschland’. In einjähriger, überwiegend eigenhändiger Arbeit mit vielen tausend Stunden freiwilligen Arbeitseinsatzes von Mitgliedern und Freunden wurde aus dem ehemaligen Industriegebäude ein architektonisch ansprechendes Gemeindezentrum geschaffen. Im Rahmen einer Festveranstaltung wurde am 9. April 1995 das Gemeindezentrum vom Präses der Freien evangelischen Gemeinden Deutschlands, Pastor Peter Strauch aus Witten, seiner Bestimmung übergeben. Der damalige Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Roman Herzog, stiftete anlässlich der Einweihung die Altarbibel. 

Dieses riesige Gebäude mit über 1.500 qm Nutzfläche war zunächst ein wenig zu groß für die (noch relativ kleine) Gemeinde, so dachten viele Besucher (aus heutiger Sicht muss man eher das Gegenteil sagen). Aber nun konnte die Gemeinde sich endlich ihr eigenes Zuhause nach eigenem Geschmack einrichten. Und endlich hatte man Platz: Für eine große Bücherecke, für die Begegnung beim Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst, viele multifunktionale Gruppenräume und vor allem ausreichend Platz für die in unterschiedlichen Gruppen stattfindenden Kindergottesdienste mit über 150 Kindern. Die Videoübertragung für die Eltern in der Kleinkinderbetreuung nicht zu vergessen.

Das bis zum heutigen Tag Spannende an der FeG Heidelberg war und ist, dass sie durch die vielen Besucher und das stetige Wachsen der Gemeinde immer wieder herausgefordert wurde, ihre Arbeitsformen und ihre organisatorische Struktur zu überprüfen und zu verändern. Neue Wege mussten beschritten werden, um den Menschen gerecht zu werden. Wichtig wurde, dass die vielen Gottesdienstbesucher auch in kleinen, überschaubaren Hauskreisen ganz individuell vorkommen und gefördert werden. So existieren heute 45 Hauskreise, in denen Christen anhand der Bibel über Glaubens- und Lebensfragen sprechen, am Leben der anderen Anteil nehmen und füreinander beten. 

Mit dem zehnjährigen Jubiläum im Jahr 1999 wurde die erste Tochtergemeinde in Bad Schönborn gegründet und ein Umbau im Gemeindezentrum vorgenommen. In den weiteren Jahren musste die Gemeinde aus Wachstumsgründen weitere vollzeitliche Mitarbeiter einstellen. Seit 2004 feiert die FeG Heidelberg zwei Gottesdienste: Morgens um 10:00 Uhr ist der ‚Gottesdienst für alle Generationen’ und abends um 18:00 Uhr der "Zielgruppengottesdienst für junge Leute". 2008 wurde die FeG Heidelberg zum zweiten Male "Mutter": In Wiesloch/Walldorf wurde eine neue "Tochter" geboren und 55 Gemeindeglieder mit ebenso vielen Kindern zum Bau des Reiches Gottes in die neue FeG-Gemeinde ausgesandt.

Das Jahr 2013 war für die Gemeinde mit zwei einschneidenden Ereignissen verbunden. Nach 24 Jahren im Dienst für die FeG Heidelberg verabschiedete sie sich am 21. April gebührend von Ihrem geschätzten Gründungspastor Fritz und seiner Frau Marie-Luise Weidemann, die ihren wohlverdienten Ruhestand antraten. Am 22. September des gleichen Jahres wurde Andreas Hildebrandt als neuer Pastor der FeG Heidelberg im Rahmen eins Festgottesdienstes eingesegnet. Andreas, der zuletzt 17 Jahre lang Pastor der FeG Rheinbach war, folgte damit dem Ruf aus Heidelberg - gemeinsam mit seiner Frau Judith und den vier Kinden Josia, Joel, Simon und Anna-Lisa.

Wir sind sehr dankbar, dass der Herr der Gemeinde, Jesus Christus, uns in den vielen Jahren geführt, begleitet und bewahrt hat. Es erstaunt uns und erfüllt uns gleichzeitig mit großer Freude, dass uns unser Herr im Laufe der über 20 Jahre so viele Menschen anvertraut hat und wir ihnen in seinem Namen dienen durften. Das macht dankbar und ist uns gleichzeitig Ansporn, ihm in Treue und Hingabe weiter zu dienen. Wir möchten immer mehr dahin kommen, dass wir unser Äußerstes für sein Höchstes geben. Ihm allein gilt alle Ehre für das, was die FeG Heidelberg auszeichnet und bis heute geschehen ist. Von ihm erwarten wir in demütiger Abhängigkeit Weiteres.